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Bewegungsamnesie

Bewegungsamnesie

Das Verlernen des vollen Bewegungsumfangs

Jeder kennt den Begriff Amnesie: Gedächtnisverlust. Aber Bewegungsamnesie – kann ein Pferd wirklich „vergessen“, wie man eine Bewegung ausführt? Wie weit man den Hals zur Seite oder den Fuß – Huf – nach vorne bewegen kann?

Können Muskeln vergessen?

Jede einzelne Muskelzelle kann sich an früheres Wachstum „erinnern“ und sich folglich nach Bewegungspausen entsprechend wieder aufbauen (1), Bewegungsabläufe und Range of Motion (ROM) können Muskeln sich nicht merken – folglich diese auch nicht vergessen. Bewegungsabläufe und ROM sind im Gehirn gespeichert. Werden diese Gedächtnisinhalte lange nicht genutzt – eventuell aufgrund von Verletzung oder aufgrund von Schmerz und Anspannung mit kompensierenden Bewegungen  – kann das Gehirn Inhalte als irrelevant „vergessen“ oder mit neuen, gegebenenfalls falschen Inhalten füllen.

Wie entsteht Bewegung?

Jede gewollte Bewegung beginnt in der Gehirnrinde. Die „Vorstellung“ einer Bewegung wird kombiniert mit Informationen über den Ist-Zustand des Körpers und verglichen mit dem Soll-Zustand, angereichert mit Informationen über das Wie des Bewegungsablaufs. Wenn alle Informationen zusammengetragen und verarbeitet sind, werden über Hirnstamm und Rückenmark Nervenimpulse zu den verschiedenen Muskelgruppen für die reale Ausführung gesendet. In jedem Moment der Bewegungsausführung werden Informationen zur Stellung und Position der Beine, des Kopfes, Stellung der Gelenke, und Lage des Rumpfes, Anspannung der Muskeln, und Druck der Muskeln auf das umliegende Gewebe zurück ans Gehirn gesendet.

Wie entsteht eine Bewegungsamnesie?

Eine häufige Ursache für die Entstehung von Bewegungsamnesie, oder auch Sensomotorische Amnesie genannt, ist der natürliche Reflex bei Schmerzen und Verletzungen eine Schonhaltung einzunehmen. Durch das dauerhafte Anspannen des schmerzenden Muskels verblasst die Gedächtnisspur im Gehirn für den normalen Ist-Wert des Muskels im entspannten Zustand. Das Gehirn „vergisst“ also, wie es den Muskel entspannen kann, weil es jetzt den angespannten Zustand als Normalzustand abspeichert.

Gleiches gilt für Bewegungs- und Verhaltensmuster, die zur Schmerzreduktion/-vermeidung über längere Zeit aufrechterhalten werden: Das Gehirn speichert die neuen, schmerzbedingt veränderten Bewegungsmuster ab und ersetzt damit die ursprünglichen, natürlichen Bewegungsmusters.

Wie überwindet man Bewegungsamnesie?

Der Tierarzt gibt grünes Licht: Alles verheilt und gesund. Physiotherapeuten, Ostheopathen und andere Experten haben Gelenke gelockert, Energien zum Fließen gebracht – und doch treten schon nach kurzer Zeit die alten Probleme auf.

Der Grund ist einfach: Es wird direkt am Muskel gearbeitet. Wie oben beschrieben, ist aber der Muskel nicht selbst für seinen Spannungs- bzw. Entspannungszustand verantwortlich. Für den Moment ist der Muskel selber gelockert, aber das Gehirn hat immer noch den falschen, schmerzbedingten Ist-Wert abgespeichert und wird den Muskel alsbald wieder in den angespannten Zustand zurückführen.

Darum ist bei einer Bewegungsamnesie begleitend zur manuellen und energetischen Therapie auch ein aktiver und begleitender Lernprozess nötigt (siehe Psychosomatik). Dabei werden alte Gedächtnisspuren reaktiviert und gestärkt, das Pferd spürt einen größeren Range of Motion und es gewinnt die aktive Kontrolle über seine Muskulatur zurück und einen größeren Bewegungsspielraum zurück.

Fazit

Wenn also Ihr Pferd Bewegungseinschränkungen zeigt, und keine Diagnose oder Therapie hilft, fragen Sie einen Therapeuten, der/die Erfahrung in der Behandlung von Bewegungsamnesie hat. Ihr Pferd ist weder störrisch noch dumm noch hoffnungslos krank – das Gehirn muss nur wieder die ursprünglichen Soll-Werte für seinen natürlichen Bewegungsspielraum und zur Muskelentspannung lernen und abspeichern. Dazu ist es nötig, mit dem Pferd zusammenzuarbeiten: Es muss seine Aufmerksamkeit auf spezielle Bereiche seines Körpers richten, und mithilfe von sensomotorischem Feedback bei langsamen, angeleiteten Bewegungen selbst die Anspannung in den Muskeln lösen und alle feinen Abstufungen einer Bewegung ausführen.

Literatur

Seaborne et al. 2018. Human Skeletal Muscle Possesses an Epigenetic Memory of Hypertrophy, Scientific Report 8:1898 8 | DOI:10.1038/s41598-018-20287-3

Schmidt et al. 2019. Neuroanatomy of the equine brain as revealed by high-field (3Tesla) magnetic- resonance-imaging. PLoS ONE 14(4): e0213814 | https://doi.org/10.1371/journal.pone.0213814

Siehe auch Equine Hanna Somatics®

Blutegeltherapie

Blutegeltherapie

Cranio Sacrale System im Flow

Was ist die Blutegeltherapie?

Die Blutegeltherapie ist ein spezielles Ausleitungsverfahren mithilfe von Blutegeln. Entscheidend für die therapeutische Bedeutung ist die einzigartige Wirkung des Blutegel-Speichelsekrets. Der Blutegelspeichel ist quasi einen kleine, lebende Apotheke mit einem einzigartigen Mix an verschiedenen Wirkstoffen, die als Einzelwirkstoffe in Medikamenten regelmäßig eingesetzt werden. Der Speichel des medizinischen Blutegel enthält vermutlich 100 bioaktive Wirkstoffe, von denen Wissenschaftler bisher gerade einmal ca. 25 bestimmen haben.

Bereits vor 3000 Jahren wurde im alten Ägypten der medizinische Blutegel eingesetzt. Heute erlebt die Blutegeltherapie eine regelrechte Wiedergeburt und wird inzwischen als ergänzende Behandlungsmethode in der Humanmedizin und Veterinärmedizin eingesetzt.

 

Bei welchen Krankheiten kann eine Blutegeltherapie für Pferde hilfreich sein?

U.a. regt der Blutegelspeichel den Lymphstrom wie auch den venöse Abfluss an. Dabei wird zugleich eine sofortige Schmerzlinderung/-stillung erreicht. Sinnvoll kann eine Blutegeltherapie sein im Falle von:

  • allg. bei Entzündungen (Arthrose, Spat, Schale, Kissing Spines und Hufrollenproblemen, Arthritis
  • Erkrankungen der unteren Extremitäten (z.B. Hufrehe)
  • Erkrankungen/Verletzungen des Bänder- und Sehnenapparates
  • Muskelproblemen (z.B. Muskelschmerzen, Muskelverhärtungen)
  • Abszessen
  • Prellungen
  • Gelenkgallen
  • u.a.m.

 

Was ist vor einer Blutegelbehandlung zu beachten?

Blutegel sind echte Sensibelchen. Sie reagieren empfindlich auf verschiedene Düfte & Gerüche, auf Temperatur, Stresslevel des Pferdes, Wetter, usw.

Daher ist es wichtig, dass der Patient entspannt in einem ruhigen Bereich steht, ggf. liebevoll abgelenkt wird.  Mindestens 3 Tage vorher sollte folgende Dinge abgesetzt und nicht mehr verwendet werden:

  • Medikamente (in Absprache mit dem Tierarzt!)
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Shampoo
  • Salben
  • Desinfektionsmittel
  • Insektenschutz

 

Was spricht gegen eine Blutegeltherapie?

Die Blutegeltherapie darf NICHT angewendet, werden wenn das Pferd

  • blutverdünnende Medikamente bekommt
  • an Anämie leidet
  • einen labilen Allgemeinzustand hat, oder
  • für den Schlachtbetrieb bestimmt ist.

 

Das Seminar zur Blutegeltherapie habe ich am Tier-Therapie-Zentrum gemacht. Wissen zur Biologie und Medizin des Blutegels stammen aus meiner Zeit in der Grundlagenforschung und neueren wissenschaftlichen Publikationen.

BioTensegrity, Neuro-Myofasziale Tiefenmassage und Bewegungstraining

BioTensegrity, Neuro-Myofasziale Tiefenmassage und Bewegungstraining

Myofaszial

Biotensegrity –

eine neue Bewegungsidee

Wer den Pferdekörper als BioTensegrity-Struktur begreift, versteht das neuro-myofasziale Gewebe (Faszien, Muskeln, Nervennetz) als einen den ganzen Körper und alle Körperbereiche durchziehenden „Ozean“, der dem Pferdekörper Form gibt, Zug und Lasten in der Bewegung über den ganzen Körper verteilt und ein Ganzkörper-Kommunikationssystem bereitstellt.

 

BioTensegrity

Ist ein Kunstwort: „Tensegrity“ ist zusammengesetzt aus dem englischen „tension“ (= Zugspannung) und „integrity“ (= Ganzheit, Vollständigkeit, Unversehrtheit, Zusammenhalt). Auf biologische System angewendet, nannte der amerikanische Orthopäde Dr. Stephen M. Levin dieses Denkmodell BioTensegrity (Biotensegrität).

Im BioTensegrity Modell sind Körper sich selbst organisierenden, hierarchische, Last verteilende und wenig Energie verbrauchenden Strukturen. Es gibt keine Hebel, Scheren oder Biegemomente, wie in der klassischen Biomechanik, die auf einzelne Strukturen wirken, oder entlang von Muskelketten.

Stattdessen gibt es nur Spannung und Kompression. Mit den Worten von Thomas Myers (2004): „Tatsächlich ordnen sich genau genommen alle miteinander verbundenen strukturellen Elemente eines Tensegrity-Modells als Antwort auf einen lokalen Stressor neu an. Wenn die Belastung zunimmt, ordnen sich mehr und mehr Elemente in der Richtung der Zugkraft an, so dass es zu einer linearen Versteifung des Materials kommt. Anders ausgedrückt: Tensegrity-Strukturen sind elastisch und werden umso stabiler, je mehr sie belastet werden.“ 

Das bedeutet zugleich auch: Strukturen, die scheinbar nicht direkt – z.B. durch Muskelketten – miteinander verbunden sind, stehen dennoch über Faszien in direktem Informationsaustausch!

Faszien

Der Begriff Faszie ist abgeleitet von dem lateinischen Wort „fascia“, das laut Pons „Binde, Band, Bandag“ (2022) bedeutet.

Das internationale Fascia Nomenclature Committee (FNC) schlägt vor, Faszien und Fasziensystem folgendermaßen zu definieren:

Die Faszie ist (abgeleitet von dem lateinischen Wort „fascia“) eine Hülle, ein Blatt oder eine andere zerlegbare Ansammlung von Bindegewebe, die sich unter der Haut bildet, um Muskeln und andere innere Organe zu befestigen, zu umschließen und zu trennen.

Das Fasziensystem besteht aus dem dreidimensionalen Kontinuum von weichem, kollagenhaltigem, lockerem und dichtem faserigem Bindegewebe, das den GANZEN Körper durchdringt. Es umfasst Elemente wie das Fettgewebe, Adventitiae und neurovaskuläre Umhüllungen, Aponeurosen, tiefe und oberflächliche Faszien, Epineurium, Gelenkkapseln, Bänder, Membranen, Hirnhäute, myofasziale Ausdehnungen, Perioste, Retinacula, Septen, Sehnen, viszerale Faszien, und alle intramuskulären und intermuskulären Bindegewebe einschließlich Endo-/Peri-/Epimysium.

Das Fasziensystem durchdringt und umgibt alle Organe, Muskeln, Knochen und Nervenfasern und verleiht dem Körper eine funktionelle Struktur und eine Umgebung, die es allen Körpersystemen ermöglicht, auf integrierte Weise integrieren. 

Das Fasziensystem ist eine dynamische, reaktives und neuro-mechanosensible Struktur. In Bewegung können Faszien die örtlich entstehenden, kinetischen Energien speichern (Katapultefekt) und wieder abgeben; sie sorgen für die Kraftübertragung von Muskeln und Muskelketten, dienen Muskeln als Verschiebeschicht, und anderes mehr. Faszien und eine funktionierende Muskel-Faszien-Arbeitsteilung erlaubt es einem Pferd, sich geschmeidig, federnd und fast geräuschlos zu bewegen.

Therapeutische Hilfe, die sich von BioTensegrity inspirieren und informieren läßt, arbeitet daher 

  1. Im Stand: lösen Verklebungen in Faszien, lockern Muskeln und erhöhen die Bewegungsfreiheit der Gelenke
  2. Und in der Bewegung: dem Pferd die ursprüngliche Bewegungsidee zurückgeben, und damit Balance, Stabilität, und Mobilität.

 

Bewegungstraining: BioTensegrity Myofasziale Integrität

Was bedeutet „dem Pferd die ursprüngliche Bewegungsidee“ zurückgeben?

  1. Das Pferd nutzt stabilisierende Muskulatur (z. B. den M. serratus), um den Rumpf zu stabilisieren und anzuheben. Dadurch ist die Bewegungsmuskulatur frei für Mobilität und Flexibilität.
  2. Dann kann das Pferd statt in Extension sich in Flexion bewegen, dadurch werden die Bewegungen fließend und harmonisch, der Rücken kann schwingen, Versammlung in Balance ist möglich, und mehr.

Das Pferd kann sich ökonomisch und frei in seinen Gelenken, mit seinen Muskeln und Sehnen, mit geringem Energieverbrauch bewegen, flektieren und rotieren, wenn das Fasziennetz straff und belastbar, dabei maximal elastisch ist.

Zum Aufbau und Erhalt sind regelmäßig und vielseitige, ggf. in einer Bewegungstherapie gezielt gesetzte Belastungsreize nötig. Und das regelmäßig!

Ergebnis

Fühlt sich das Pferd in seinem Körper wohl, ist es schmerzfrei und spürt es, dass es Kontrolle über seinen Körper und seine Balance hat, kann das Pferd psychisch seinen Dauer-Fluchtmodus loslassen. Es kann geistig entspannt und sich auf Neues einlassen: Lebensfreude, Freude an Bewegung – und an der Zusammenarbeit mit seinem Menschen.

 

Weiterführende Literatur und Webseiten:

http://biotensegrityarchive.org/

„Ziel ist die Leichtigkeit, nicht das Verhindern von Explosionen“

(Monica Theodorescu)

Dorntherapie für Pferde

Dorntherapie für Pferde

Dornmethode für Pferde

„Verkompliziert die Dornmethode nicht, sie ist ganz einfach! Sie basiert darauf, das Skelett wieder in eine optimale Statik zu bringen, dann werden sich alle Strukturen drum herum auch in Statik bringen, denn sie sind alle am Skelett befestigt!“ (Dieter Dorn)

 

Wer hat die Dorntherapie entwickelt?

Den Namen hat die Methode von Dieter Dorn (1938 – 2011), einem Sägewerkbesitzer und Landwirt im Allgäu. 1973 ließ er sich vom Bauern Josef Müller aus dem Nachbarort wegen eines Hexenschusses „behandeln“. Obwohl Josef Müller keine medizinische Ausbildung hatte, verschwanden die Rückschmerzen schnell. Erstaunt und neugierig begann Dieter Dorn nachzuforschen und seine eigene Methode zu entwickeln.

Erste Erfahrungen mit praktischen Anwendungen sammelte er bei der Behandlung seiner Frau, die schon lange unter Kopfschmerzen litt. Weiter ging es bei seiner Nachbarin, die stark schmerzende Beine hatte. Die Ursachen für die Beschwerden fand er immer in Wirbelsäulenverschiebungen oder fehl-positionierten Wirbeln – wie bei seinem Hexenschuss auch.

 

Wie funktioniert die Dornmethode?

Darin sind Mensch und Landwirbeltiere, die ein Knochenskelett haben, gleich: Bei einem Beckenschiefstand wird der Wirbelsäulenverlauf verändert und führt zu einer Beinlängendifferenz. Werden Becken, Wirbel und Gelenke in ihre korrekte Position zurückgeführt, verschwinden die Schmerzen. Sind die Rückenwirbel korrekt ausgerichtet, haben auch die zwischen jeweils 2 Wirbeln austretenden Spinalnerven wieder maximal Platz und können ihre Organe vollumfänglich versorgen.

 

Was macht die Dorntherapie so besonders?

Die Dornmethode ist die einzige manuelle Therapie, welche die Beinlängendifferenz berücksichtigt.

Sie ist weitgehend schmerzfrei. Natürlich ist das Wirbeleinrichten manchmal unangenehm, bleibt dennoch immer unter der Schmerzschwelle des Pferdes.

Diese sanfte Methode verwendet zum Einrichten von Wirbeln und Korrigieren von Gelenken keine schnellen, abrupten Bewegungen oder Hebelwirkungen. Daher werden Bänder und Sehnen nicht strapaziert, sondern sind so weit als möglich entspannt.

Mit gezieltem, langsam gesteigerten Druck auf Skelettstrukturen bei lockerer Eigenbewegung des Pferdes wird auf sanfte Weise dennoch ein größtmöglichen positiver Effekt auf den Gesamtorganismus (Bewegungsapparates, Organe und Psyche) erzielt!

 

Wie sieht eine Behandlung aus? Und wie lange dauert sie?

Am Beginn steht ein Gespräch mit dem Besitzer über einen typischen Tagesablauf des Pferdes, die aktuelle Haltung, das Fütterungsregime, Vorerkrankungen; und natürlich über den Grund, dass ich eingeladen wurde zu kommen.

Dann schaue ich mir den Gesamtzustand des Pferdes an: im Stand, im Gang und mittels Tastbefund.

Erst dann gehe ich zur eigentlichen Behandlung über: Es werden immer alle (!) Gelenke von hinten nach vorne und die Beine von oben nach unten durchgearbeitet. Also beginnend mit dem Becken werden zuerst die Gelenke der Hinterhand (Hüfte, Knie, Sprung- und Fesselgelenk incl. Zehenzug); dann geht es weiter mit der Vorderhand (Schulter-, Ellbogen-, Karpalgelenk-, Fesselgelenk incl. Zehenzug) bis hin zum Genick. Wichtig sind natürlich auch Kiefergelenk und Zungenbein. Und letztlich geht es Wirbel für Wirbel (incl. Sternum und 1. Rippe) entlang der Hals- und Rückenwirbelsäule bis zum letzten Lendenwirbel.

Um die Schutzspannung der Muskulatur zu reduzieren, pendeln Menschen bei der Behandlung ihre Arme und Beine entspannt und locker. Das machen Pferde  diese aktive Bewegung leider nicht von selbst. Daher bitte ich den Besitzer oder einen Helfer, ein Bein passiv, aber entspannt und locker zu pendeln.

Je nach Befund, Kooperation des Pferdes (Ist es nervös? … ängstlich? …. gelassen?) und Fragen des Besitzers dauert die erste Behandlung 90 – 120 Minuten, Folgebehandlungen um die 60 Minuten.

 

Wie viele Behandlungen sind nötig?

Schon die Erstbehandlung erzielt oft beeindruckende Ergebnisse. Dennoch ist auf jeden Fall eine Folgebehandlung nach 10 -14 Tagen nötig. Die Notwendigkeit weiterer Behandlungen danach hängt dann von verschiedenen Faktoren ab. Z.B. von der Schwere des Befundes, wie lange der Schiefstand schon lange besteht, von den Aufgaben des Pferdes, usw. Als Richtlinie empfiehlt sich bei

a) Freizeitpferden: 1 – 2 pro Jahr routinemäßig alles wieder „geradezurücken“. Dies dient vor allem dem Wohlbefinden und der möglichst langen Gesunderhaltung des Pferdes

b) Sportpferden: regelmäßige Dorn-Behandlung. Je nach Sportart kann wöchentliche Behandlung nötig sein. Für Athleten sind diese Behandlungen besonders förderlich, denn wenn das Skelett stabil und korrekt ausbalancierten ist, die Gelenke frei beweglich sind kann das Pferd sein wahres Können zeigen.

c) Jungpferden in der Ausbildung: regelmäßige Dorn-Behandlung parallel zum Training und zur Ausbildung. Dies hilft der Steigerung von Kraft und Ausdauer sowie der Gesunderhaltung des Pferdes. Und verhindert dadurch Leistungsschwächen, strukturelle Ermüdungserscheinungen und Verweigerung.

 

Wann sollte die Dornmethode angewendet werden?

Gerade bei Sportpferden und Jungpferden als Mobilisiationstraining und Prophylaxe

Ansonsten z.B bei:

  • Auffälligen Körperhaltungen wie Schweifklemmen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Geburten
  • Häufigem Stolpern
  • Kurztrittigkeit
  • Muskelverspannungen
  • Rittigkeitsproblemen
  • Rückenempfindlichkeiten
  • Schonhaltungen
  • Sprungverweigerung
  • Tacktunreinheiten
  • Verwerfen
  • Widersetzlichkeit
  • Wiederherstellung nach OPs / verheilten Verletzungen
  • …..

 

Gibt es Kontraidikationen?

  • Entzündungen
  • Fieber
  • Verdacht auf Frakturen
  • Bandscheibenvorfälle
  • Trächtigkeit

=> Unbedingt zuerst den Tierarzt konsultieren!

Die Dornmethode für Pferde durfte in bei Simone Quaeck in der Akademie für Dornmethode und Tierheilkunde erlernen.

Dornmethode für Pferde

Muskel Relaxation, Motion & Psychosomatik

Muskel Relaxation, Motion & Psychosomatik

Mobility & Psychosomatik Pferde
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Mobilität, Muskel Relaxation & Psychosomatik

Ob Leistungssport oder Freizeit, ob Dressur-, Western,- oder Springreiten, immer muss die Gesundheit des Pferdes oberste Priorität haben – und das ist Ziel der Performance Massage. Damit ein Pferd sein maximales Leistungspotenzial abrufen kann, Freude an Bewegung und Mitarbeit hat, benötigt es einen gesunden, belastbaren Körper. Verkürzte und verspannte Muskeln sind für sich genommen schon schmerzhaft. Sie schränken zudem die Beweglichkeit der Gelenke erheblich ein. Will man ein Pferd optimal trainieren, müssen bestehende Verspannungen zuerst gelöst werden, damit es sich in seinem Körper wohlfühlen kann und den „Kopf freihat“.

Wichtig: Bei akuten Erkrankungen ersetzt keines der Angebote eine Behandlung des Tierarztes, sondern ergänzt und unterstützt diese!

 

Symptome

  • Steifheit/Widersetzlichkeit gegen die Reiterhilfen
  • Probleme bei Stellung und Biegung
  • Probleme bei der Losgelassenheit
  • Schiefe Haltung von Kopf oder Schweif
  • Anzeichen von Schmerzen
  • Häufiges Stolpern
  • Verhaltensveränderungen und ungewöhnliche Abwehrreaktionen (z.B. Steigen, Buckeln, Beißen, Ausschlagen)

Man muss aber nicht darauf warten, bis das Pferd solche Schmerzen hat, dass es die Zusammenarbeit verweigert oder gar ein Tierarzt nötigt, ist. Darum rate ich eindrücklich zur Prävention.

Prävention

  • um Verletzungen im Training vorzubeugen
  • um die Leistung zu steigern und zu optimieren
  • zur Steigerung des physischen und psychischen Wohlbefindens
  • und zum Steigern der Lebensqualität von älteren Pferden.

 

Muskel Relaxation, Motion & Psychosomatik

Durch Stimulation des vegetativen Nervensystems und Aktivierung des Parasympathikus werden der Puls verlangsamt, der Blutdruck gesenkt, der Darmtrakt stimuliert, die Atmung vertieft. Das Pferd entspannt sich mental und körperlich. Nur so können muskuläre Verspannungen weitestgehend schmerzfrei bearbeitet und gelöst werden. Wichtig ist die Mitarbeit des Pferdes: nicht ich löse eine Verspannung, sondern ich lenke die Aufmerksamkeit des Pferdes zum Problembereich, den mir das Pferd durch unwillkürliche & subtile Bewegungen anzeigt, und das Pferd „lässt“ los.

Diese individuelle Therapie berücksichtigt auch eine mögliche Bewegungsamnesie des Pferdes. Das heißt, wenn das Pferd durch Verletzungen und Schmerzen über längeren Zeitraum den ursprünglichen Range of Motion wieder erlernen muss.

Durch Einbeziehen von Muskel, Skelett, Gehirn und Geist wird sich die Gesundheit des Pferdes dauerhaft verbessern, sowie die sportliche Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit radikal steigern. Auch psychisch entspannen sich die Pferde und haben wieder Freude an der Bewegung und Zusammenarbeit mit dem Besitzer/Reiter.

 

Sattel und Zähne

Probleme mit den Zähnen können zu Verspannungen der Muskulatur führen. Sei es, weil die Pferde „die Zähne zusammenbeißen“ oder weil die laterale Bewegungsfreiheit der Kiefer gestört ist. Ich werde daher einen kurzen Blick auf die Zähne werfen. Falls eine Zahnbehandlung nötig ist, muss ein Fachmann sich darum kümmern.

Leider werden muskuläre Problem viel zu häufig durch schlecht sitzende Sättel verursacht. Muskelprobleme können etwa im Bereich der Schulter und der Vorderhand daraus resultieren, weil ein schlecht sitzender Sattel die Schulterfreiheit zu sehr einschränkt. Mögliche Konsequenzen sind Stolpern, Taktunreinheiten, und Widersetzenden. Eine integrierte Körperarbeit kann dann natürliche nicht erfolgreich sein. Fragen Sie mich, wenn Sie eine Empfehlung für eine fachkundige Sattlerin brauchen oder Hufpflegerin.

Cranio-Sakrale Therapie

Cranio-Sakrale Therapie

Cranio Sacrale System im Flow

Was ist das „Cranio-sacrale System“?

Der Name „Cranio-Sacral“ ist abgeleitet vom Schädelknochen, lat. Cranium, und dem Kreuzbein, lat. Sacrum. Das cranio-sacrale System schließt auch die dazwischenliegende Wirbelsäule mit ein wie das darin liegende zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark).

Die Cranio-sacrale Therapie wurde vor gut 100 Jahren entwickelt und basiert auf dem individuellen craniosacralen Rhythmus, der als sanftes Pulsieren des Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, dem Liquor, fast überall spürbar ist. Der Liquor ernährt, bewegt und schützt unser zentrales Nervensystem, vom Schädel über den Rücken bis hin zum Kreuzbein. Und diese rhythmische pulsierende Bewegung der Gehirnflüssigkeit (Liquor) bewegt sowohl die Schädelknochen wie das Kreuzbein, wenn auch nur minimal, dennoch spürbar.

Ziel und Vorgehensweise der Cranio-sacralen Therapie (CST)

Ziel dieser ganzheitlichen Behandlungsweise ist es mit einfachen, sanften Berührungen und Grifftechniken Blockaden zu lösen, u.a. die Schädelknochen wieder freier, flexibler und mobiler zu machen, die Zirbeldrüse anzuregen und den Atlas (= 1 Wirbel nach dem Schädel) zu korrigieren. Gerade Pferde reagieren sehr fein und schnell auf diese sanfte Mobilisierung-Technik mit einem wohltuenden Entspannungszustand, angezeigt durch Gähnen, Lecken u.s.w. Ergänzt werden kann diese Behandlungsmethode mit Faszien-lösenden Techniken, Stresspunktmassage und dem Anregen des limbischen Systems.

Ursache für Blockaden

Als gute Reiter lernen wir ein Pferd zuerst im Genick zu stellen, damit man es in Biegung reiten kann. Aber je weiter ein Pferd das Genick beugt, umso größer wird die Spannung, die aufs Nackenband kommt und damit auf die ganze, kompakte Struktur des Pferderückens. Je höher das Pferd den Kopf trägt, je stärker es beigezäumt ist, je schlechter die Zäumung und die Handführung, umso größer die Überdehnung der ersten Halswirbel und die Verspannungen im Kopf-Genick-Becken Bereich. Weitere Ursachen können Wirbelfehlstellungen, Schiefe, Fehlbelastungen, verspannte Organe, manuelle Traumata wie Sturz oder Unfall und andauernder Stress sein.

Welchen Ansatz verfolge ich als Therapeutin?

Die Ausrichtung von Cranio Sacral Therapeuten ist inzwischen sehr weitgespannt. Ich praktiziere die CST als ganzheitliche manuell-energetische Behandlung im Zusammenspiel mit sanfter Performance Massage, die lokale Probleme aufspürt und behebt, sowie die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert.

Meine Zertifizierung als Cranio Sacral Therapeutin durfte ich bei „EKVEDO – Von gesunden Pferden lernen“ (https://www.ekvedo.com/cranio-sacral-therapeut.html) machen.